Kinder in alkoholbelasteten Familien sind von Beginn an oft gänzlich schutzlos einem schädigenden System ausgeliefert, aus dem es häufig kein Entkommen gibt – sie sind nach wie vor die am meisten Leidtragenden. Kinder von alkoholkranken Eltern sind in vielerlei Hinsicht gefährdet; da gibt es oftmals keine unbeschwerte oder glückliche Kindheit. Sie benötigen daher unsere ganz besondere Aufmerksamkeit und unsere Unterstützung.

… Ich erzittere beim bloßen Gedanken an die ungeplante und unbekannte, doch unausweichliche und unaufhaltsame Wucht, mit der Eltern in ihren Kindern Spuren hinterlassen, die sich, wie Brandspuren, nie mehr werden tilgen lassen. Die Umrisse des elterlichen Wollens und Fürchtens schreiben sich mit glühendem Griffel in die Seelen der Kleinen, die voller Ohnmacht sind und voller Unwissen darüber, was mit ihnen geschieht. (Pascal Mercier, Nachtzug nach Lissabon, S. 318). 

Kinder von alkoholbelasteten Eltern entwickeln jedoch auch besondere Fähigkeiten, um die schädigenden Auswirkungen an sich abprallen zu lassen – die sogenannten Resilienzen. Ein nicht belasteter Elternteil oder enge, stabile Bezugspersonen können die Kinder dabei unterstützen, Widerstandsfähigkeiten zu entwickeln. Sie können dazu beitragen, das Risiko späterer Belastungen wie psychische und/oder Suchterkrankungen deutlich zu verringern.

Derzeit gelten in Österreich etwa 340.000 Menschen als alkoholkrank, knapp 735.000 Österreicher*innen konsumieren Alkohol regelmäßig in einem gesundheitsschädlichen Ausmaß (Quelle: alkoholohneschatten.at). Viele davon sind Mütter und Väter. Etwa jedes 10. Kind hat derzeit mindestens einen alkoholabhängigen Elternteil; rund jedes vierte Kind kommt aus einer Familie mit schädigendem Alkoholkonsum (Quelle: Institut Suchtprävention).

Völlig unschuldig wachsen diese Kinder in einem Familiensystem auf, an dessen Folgen sie häufig ihr ganzes späteres Erwachsenenleben lang leiden – doch jedes Kind, das leiden muss, ist ein Kind zu viel.

Zum Reinhören – ein beeindruckendes Lied von Gimson feat. Hannah Collins:

„Es ist keine Schande, mit einem suchtkranken Menschen zusammen zu leben. Es ist nur eine Schande, nichts für sich und die mitbetroffenen Kinder zu unternehmen.“ (nacoa.de)

Auf diesen Seiten können Sie sich informieren und erhalten Hilfsangebote sowie Empfehlungen rund um die Kinder in und aus alkoholbelasteten bzw. alkoholkranken Familien. Es wird darauf hingewiesen, dass es sich bei dieser Website um keine Beratungsstelle handelt.

Aus Gründen der Lesbarkeit wird auf dieser Website darauf verzichtet, geschlechtsspezifische Formulierungen zu verwenden. Sämtliche Ausführungen gelten natürlich in gleicher Weise für die weibliche und männliche Sprachform.

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Foto: © Alexandra M. Brandstetter